Vergleich Sony A77 vs. Nikon D700

Die Testkandidaten …

Sony A77 mit Objektiv Sony 16-50mm 2.8

Nikon D700 mit Objektiv Tamron 28-75mm f/2.8

Als technikbegeisterter Hobbyfotograf bin ich neuen Entwicklungen gegenüber sehr aufgeschlossen. Nach Jahren des Tragens von schweren DSLR-Ausrüstungen bin ich auf die Panasonic Lumix GH2 mit einigen Objektiven umgestiegen. Habe aber nach einem Sommer (die Leichtigkeit der Ausrüstung ist verblüffend und ein starkes Argument) für mich doch beschlossen, dass ich wieder eine Kamera mit lichtstärkeren Objektiven haben möchte.

Als ich die Ankündigung der neuen Sony a77 gelesen habe, wusste ich: Das muss meine Kamera werden.

Die Liste der herausragenden Merkmale übertraf meine Wunschliste bei weitem!
Als da wären ein hochauflösender OLED-Sucher mit Informationsdarstellungen und Live-Vorschau, ein schwenkbares Display, 24 MP (will ich das wirklich), ein schneller Autofokus und eine hohe Serienbildanzahl.

Wie ist der Ersteindruck für mich, der von einer Nikon D300 über eine GH2 zu einer Sony a77 kommt?

 

Das Gehäuse wirkt wertig und die Grundfunktionalitäten lassen sich sofort finden. Der zum Teil kritisierte Joystick ist sehr praktisch und reagiert schnell und genau. Für mich zumindest komfortabler zu bedienen als die Wippe an der Nikon oder der Lumix. Die Tasten am Gehäuse lassen sich gut finden. Die Zuordnung der Funktionen muss erst erlernt werden.

Der On-Off Schalter hat drei Rasterungen. Es existiert eine Zwischenstellung zwischen On und Off. Sehr merkwürdig und soll in der Praxis zu Fehlfunktionen führen können. Da hätte Sony praktischerweise die Lichtfunktion wie bei Nikon hinlegen sollen und den Extraschalter anders belegen.

Bei der Nikon habe ich die Möglichkeiten des Direktzugriffs über explizite Tasten geschätzt. Das fehlte mit bei der Lumix. Und nun bin ich sehr zufrieden, dass ich diese Möglichkeiten wieder bekommen habe.

Die Kamera liegt genauso gut wie die Nikon in der Hand. Die Lumix war mir zu klein. Mein Daumen hat dort häufig versehentlich den ein oder anderen Knopf aktiviert.

Das Menü der Sony ist sehr eingängig und gut zu überblicken. Für den zweiten Blick muss dann doch die Bedienungsanleitung herangezogen werden.

Der Autofokus stellt sehr schnell und präzise scharf (auch im Dunkeln). Das Bild ist nach der Auslösung schnell wieder auf dem Display zu sehen. Der Sucher selbst ist  erstklassig. Der Vergleich zur GH2 zeigt eine deutlich bessere Farbdarstellung.  Fast wie ein optischer Sucher. Nur die vielen optionalen Anzeigen führen vor Augen, dass es sich um einen elektronischen handelt. Bei Außenaufnahmen  ist bei blauem Himmel ein leichtes Flimmern zu erkennen, bei hohen Kontrasten sind schattige Flächen dann doch schwarz. Da werden dem elektronischen Sucher die Grenzen aufgezeigt. Alles in allem aber eine feine Sache.

Auch die Auslöseverzögerung ist gering, die Kamera ist sofort wieder aufnahmebereit. Das Auslösegeräusch ist nicht zu vernehmen.

Und was lässt sich zur Bildqualität sagen? Die Vergleichsaufnahmen wurde bei der Sony noch nicht in der höchsten Qualitätsstufe gemacht. Sie wirken trotzdem bei niedrigen Isowerten vergleichbar zur Nikon D700.

 

Mich hat natürlich auch interessiert wie sich die Sony bei Dunkelheit verhält. Eine Gelegenheit zum Test bot sich an und ich bin abends durch Berlin gegangen. Mir ist sofort (positiv) das Fehlen eines Spiegels aufgefallen. Die Auslösung erfolgt ohne den Spiegelschlag und damit komplett ohne Erschütterung. Es ist kaum zu bemerken, dass ein Bild geschossen wurde. Das Sucherbild ist sehr hell und klar. Von der GH2 bin ich einen elektronischen Sucher her gewohnt. Deshalb fällt mir das Rauschen im Sucher auf, aber es stört mich nicht so sehr. Der positive Effekt des hellen Sucherbildes wiegt dieses für mich auf.

Hier können die JPEG-Dateien in Originalgröße heruntergeladen werden (96MB).

 

 

Fazit:
Mein persönliches Resümee nach einigen Stunden mit der neuen Kamera:

Die Kombination von spiegelloser Technik in einem „DSLR“-Gehäuse hat mich begeistert.

Was den Vergleich anhand unserer Testbilder von A77 und D700 angeht, so kann man wohl getrost sagen, dass die Sony der Nikon im Bereich bis ISO 800 in Punkto Bildqualität nicht nachsteht. Der Bildeindruck mag ein etwas anderer sein, da auch durch den Unterschied APS-C zu FX natürlich die Schärfentiefe eine andere ist. Dieses und die unterschiedlichen Standard-Einstellungen von Farbe und Weißabgleich ergeben sich uns als die erkennbaren differierenden Merkmale.

Spannender wird es mit Sicherheit, wenn man in den 4-stelligen ISO Bereich vor stößt. Dieses wird wohl unsere nächste Herausforderung …

Edit: Hier ist der High ISO Vergleich.

Eine Antwort auf Vergleich Sony A77 vs. Nikon D700

  1. Hans Wurst sagt:

    guter Artikel. Vielen Dank für Deine Mühe

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